Die (Heinrich-)Heinestraße in Neudorf


Seit kurzem befindet sich unter den Straßenschildern der Heinestraße in Neudorf ein Legendenschild, dass es sich beim Namensgeber um den Schriftsteller, Dichter und Journalisten Heinrich Heine handelt.

Politisch versierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Historikern war schon länger die Notwendigkeit einer konkreten Zuordnung bewusst. Bisher wurde mit der Namensgebung der SA-Truppenführer Friedrich Heine „geehrt“, der 1933 bei Straßenkämpfen in Duisburg-Neudorf sein Leben ließ. Nach dem Krieg wurde einfach der „Friedrich“ gekappt und das Bewusstsein um die Verherrlichung des Nazi-Schergen verschwandt im Laufe der Jahre aus den meisten Köpfen.

Am Mittwoch, den 8. Mai montierten Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe das Legendenschild mit der Aufschrift: „Christian Johann Heinrich Heine (1797-1856) bedeutender deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist“. Von der Stadtverwaltung waren Bezirksbürgermeister Reinhard Meyer und sein Stellvertreter Hartmut Spiekermann anwesend sowie der Amtsleiter des Bezirksamtes Mitte Ottmar Schuwerak.

Die Bürgerstiftung Duisburg hat die Aktion finanziert und wurde von Klaus Becker vertreten, der passenderweise in der Heinrich-Heine-Gesellschaft ist. Mit Entsetzen erfuhr er von dem Nazi-Straßennamen in Neudorf: "Als Bürgerstiftung wollen und müssen wir hier unsere Verantwortung zeigen und dem braunen Spuk ein Ende setzen."
So wird 80 Jahre nach den Bücherverbrennungen im Dritten Reich ein damals verfemter Autor wie Heinrich Heine zum Namensgeber anstelle des SA-Mitgliedes. Ein brillanter, aber längst überfälliger Tausch!