Biotopverbund im Duisburger Norden

Der Duisburger Norden ist durch Industrie- und Gewerbeflächen sowie Wohngebiete stark geprägt. An den Stadtgrenzen befinden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Ist in einem solchen Gebiet die Umsetzung eines Biotopverbundes überhaupt möglich?

Um dies beurteilen zu können, wurden alle Lebensräume im Duisburger Norden mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt kartiert und beurteilt. Anhand dieser Daten wurde ein Biotopverbundkonzept erstellt.

Die Säume entlang von Wegen sowie Bahntrassen sind Ausbreitungswege für viele Pflanzen- und insbesondere Tierarten. Eine dieser Arten, die im Stadtgebiet auf Bahntrassen als Lebensraum und Ausbreitungsweg angewiesen ist, ist z.B. die Zauneidechse. Entlang der HOAG-Bahntrasse sind fünf Vorkommen der Zauneidechse bekannt. Dies entspricht fast der gesamten Population des Duisburger Nordens. Ein Großteil aller Rückzugsgebiete und Naturräume in Duisburg ist jedoch gefährdet. Eine Optimierung der bereits vorhandenen Biotopverbundstrukturen auf Grund des Konzepts ist von absoluter Dringlichkeit.

Um ein Biotopverbundkonzept für Duisburg weiter entwickeln zu können, müssen die Strukturen des regionalen Verbundes bekannt sein. Duisburg ist mit seinen Nord-Süd (Rhein) und Ost-West (Ruhr, Emscher) verlaufenden Fließgewässern ein bedeutender Schnittpunkt im regionalen Verbundsystem.

Die aktuellen Bestandsaufnahmen weisen 43 Gebiete im Duisburger Norden, die innerhalb des Biotopverbundes von herausragender Bedeutung sind, als schutzwürdig aus. Das ökologisch wertvollste Kerngebiet im Duisburger Norden ist die Rheinaue Walsum. Als südlichster Teil des Feuchtgebiets „Unterer Niederrhein“ ist es von internationaler Bedeutung. Weitere Kernlebensräume sind der Landschaftspark Nord, die Kniep-Alsumer-Ward im Westen und die Ruhrauen im Südosten.
Als bedeutende Trittsteine gelten das Gebiet um die Kurfürstenstraße und viele Parkanlagen. Wichtige Verbindungswege sind zum Beispiel die Kleine und die Alte Emscher sowie Bahntrassen.

Luftbild

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Beispiel Kurfürstenstraße

Das Gebiet um die Kurfürstenstraße ist eines der bedeutendsten Trittsteinbiotope innerhalb des Biotopverbundes Duisburg Nord.

Eine Reihe wichtiger Biotope, darunter trockengefallene Klärteiche, die Böschung des Holtener Mühlenbaches, brachgefallene Gartenflächen, zwei kleine Weiher, Wiesen, kleine Gehölzbestände, ein Obstgarten, eine Weidefläche, ein Acker und wasserführende Gräben sind hier zu finden.
Das Gebiet liegt dabei am Schnittpunkt mehrerer Achsen des Biotopverbunds:
Mehrere Bahndämme, darunter der Damm der HOAG-Bahntrasse mit seinen Gehölzflächen und Magerrasen sowie die Kleine Emscher, die teilweise bereits umgebaut wurde, verbinden die örtlichen Biotope mit anderen Gebieten.

Karte

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Das kann der Bürger zum Biotopverbund beitragen

Das können Sie in Ihrem eigenen Garten für den Biotopverbund tun:
• Naturnahe Gartengestaltung/extensive Pflege des Gartens
• Garteneinfriedung durch Natursteinmauern oder Hecken aus heimischen Gehölzen
• Statt Kurzschnittrasen seltener Rasen mähen
• Nicht alle Wildkräuter im Garten entfernen, sondern wilde Kräuter und Stauden fördern
• Vorzugsweise einheimische Stauden und Gehölze pflanzen und fördern
• Obstbäume pflanzen
• Reisighaufen als Versteck für Kleintiere (Mäuse, Blindschleichen, Eidechsen, Zaunkönige, Insekten u. a.) anbieten
• Altholz (Baumstämme, Äste) nicht entfernen, sondern an geeigneter Stelle auslegen
• Gartenabfälle auf eigenem Grundstück kompostieren (offene Komposthaufen sind geschlossenen Kompostern gegenüber zu bevorzugen)
• Gartenteiche naturnah gestalten und insbesondere fischfrei belassen (das fördert Amphibien, Libellen und andere Kleintiere)
• Laub in Randbereichen und auf Beeten belassen
Außerdem helfen Sie der Natur, wenn Sie in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen. Wenn Sie darüber hinaus noch etwas für den Umweltschutz tun wollen, besteht die Möglichkeit, sich ehrenamtlich bei den Natur- und Umweltschutzverbänden zu engagieren.