Biotopverbund im Duisburger Süden

Der Duisburger Süden ist sowohl durch Industrie und den innerstädtischen Verdichtungsraum, als auch durch Wohngebiete, Parkanlagen und die Waldflächen zur Grenze nach Mülheim an der Ruhr hin geprägt. Im Süden nach Düsseldorf hin schließen sich weitläufige landwirtschaftlich genutzte Flächen an.

Ist in einem solchen Gebiet die Umsetzung eines Biotopverbundes überhaupt möglich?

Um dies beurteilen zu können, wurden alle Lebensräume im Duisburger Süden mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt kartiert und beurteilt. Auf der Grundlage dieser Daten wurde ein Biotopverbundkonzept erstellt.

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Die Bachläufe im Duisburger Süden sind Ausbreitungswege für viele Tier- und Pflanzenarten. Nicht nur Wasserlebewesen wie Fische, Amphibien und Insekten, sondern auch Tiere und Pflanzen in den bachbegleitenden Auen profitieren von den Ausbreitungswegen. Der Eisvogel ist beispielsweise eine dieser Arten, die im Stadtgebiet auf saubere Bachläufe angewiesen sind. Er nutzt die Bäche sowohl zur Nahrungssuche als auch – sofern Steilufer vorhanden sind – zum Brüten. Im Winterhalbjahr zieht er sich von den Seen an die Bachläufe zurück und nutzt diese daher als Wanderwege.
Der Eisvogel benötigt daher naturnahe Bachläufe, die Stillwasserzonen mit klarem Wasser aufweisen, wo er seine Beute, kleine Fische, jagen kann. Ufersäume, die mit Gehölzen bewachsen sind, von denen aus er auf seine Beute ansitzen kann, sind ebenso wichtig. Schließlich braucht er ungestörte steile Uferabschnitte zum Brüten. All diese Biotopstrukturen sind im Duisburger Süden vorhanden, müssen jedoch vor Gefährdungen geschützt und verbessert werden.

Zur weiteren Entwicklung eines Biotopverbundkonzeptes in Duisburg müssen die Strukturen des regionalen Verbundes bekannt sein. Das Stadtgebiet von Duisburg ist mit seinen Nord-Süd (Rhein) und Ost-West (Ruhr, Emscher) verlaufenden Fließgewässern ein bedeutender Schnittpunkt im regionalen Verbundsystem.

Die aktuellen Bestandsaufnahmen im Duisburger Süden weisen 41 Flächen als schutzwürdig und bedeutend für den Biotopverbund aus. Eines der ökologisch wertvollsten Kerngebiete im Duisburger Süden ist der Duisburg-Mülheimer-Wald mit der Sechs-Seen-Platte. Wambach, Dickelsbach und der Angerbach mit seinen Nebenläufen Bruchgraben und Alter Angerbach stellen wertvolle verbindende Elemente dar.
Als Trittsteine für den Biotopverbund sind Parkanlagen wie der Biegerhofpark oder der Rheinpark sowie Seenflächen wie der Remberger See oder Rahmer See, aber auch Naturschutzgebiete wie etwa das NSG „Sittards-Kamp“ von Bedeutung.

Karte

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Beispiel Erholungspark Biegerhof

Der Biegerhof stellt eines der bedeutendsten Trittsteinbiotope im Rahmen des Biotopverbundes Duisburg-Süd dar. Die Parkanlage weist eine Reihe wichtiger Lebensräume für Pflanzen und Tiere auf. Darunter finden sich beispielsweise ein abwechslungsreicher Baum- und Gehölzbestand, Wiesenflächen, der das Gelände umfließende Alte Angerbach mit seiner Aue, kleine Tümpel in der Bachaue und eine Obstweide.
Der Biegerhof liegt gleichsam im Herzen des Biotopverbundes.

Das kann der Bürger zum Biotopverbund beitragen

Das können Sie in Ihrem eigenen Garten für den Biotopverbund tun:
• Naturnahe Gartengestaltung/extensive Pflege des Gartens
• Garteneinfriedung durch Natursteinmauern oder Hecken aus heimischen Gehölzen
• Statt Kurzschnittrasen seltener Rasen mähen
• Nicht alle Wildkräuter im Garten entfernen, sondern wilde Kräuter und Stauden fördern
• Vorzugsweise einheimische Stauden und Gehölze pflanzen und fördern
• Obstbäume pflanzen
• Reisighaufen als Versteck für Kleintiere (Mäuse, Blindschleichen, Eidechsen, Zaunkönige, Insekten u. a.) anbieten
• Altholz (Baumstämme, Äste) nicht entfernen, sondern an geeigneter Stelle auslegen
• Gartenabfälle auf eigenem Grundstück kompostieren (offene Komposthaufen sind geschlossenen Kompostern gegenüber zu bevorzugen)
• Gartenteiche naturnah gestalten und insbesondere fischfrei belassen (das fördert Amphibien, Libellen und andere Kleintiere)
• Laub in Randbereichen und auf Beeten belassen
Außerdem helfen Sie der Natur, wenn Sie in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen. Wenn Sie darüber hinaus noch etwas für den Umweltschutz tun wollen, besteht die Möglichkeit, sich ehrenamtlich bei den Natur- und Umweltschutzverbänden zu engagieren.