Biotopverbund im Duisburger Westen

Der Duisburger Westen ist geprägt durch Industrie- und Wohngebiete. Zudem sind größere landwirtschaftlich genutzte Flächen im Gebiet verteilt.

Ist in einem solchen Gebiet die Umsetzung eines Biotopverbundes überhaupt möglich?

Um das beurteilen zu können, wurden alle Lebensräume im Duisburger Westen mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt kartiert und beurteilt. Auf der Grundlage dieser Daten wurde ein Biotopverbundkonzept erstellt.

Die Hecken und Baumreihen im Duisburger Westen sind „Wanderwege“ für viele Tier- und Pflanzenarten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wasserfledermaus. Sie lebt in den Höhlen alter Bäume. Nachts jagt sie über der Wasseroberfläche von Seen nach Insekten. Damit sie sich im Dunkeln zurechtfindet, benötigt die Wasserfledermaus Leitlinien, die sie mit ihrem Echolot erfassen kann. Diese Leitlinien dürfen nicht lückenhaft ausgebildet sein, da sie sich nur so während der Flüge zwischen den unterschiedlichen Revieren zurechtfindet. Die Wasserfledermaus benötigt also viele verschiedene Lebensräume und Strukturen, in denen sie sich aufhalten kann.


All diese Biotopstrukturen sind im Duisburger Westen vorhanden, müssen jedoch vor Gefährdungen geschützt und verbessert werden.

Zur weiteren Entwicklung eines Biotopverbundkonzeptes in Duisburg müssen die Strukturen des regionalen Verbundes bekannt sein. Das Stadtgebiet von Duisburg ist mit seinen Nord-Süd (Rhein) und Ost-West (Ruhr, Emscher) verlaufenden Fließgewässern ein bedeutender Schnittpunkt im regionalen Verbundsystem.

Die aktuellen Bestandsaufnahmen im Duisburger Westen weisen 34 Flächen als schutzwürdig und bedeutend für den Biotopverbund aus. Zu den ökologisch wertvollsten Kerngebieten im Duisburger Westen zählen die Auenbereiche entlang des Rheins. Aufgrund dieser hohen Bedeutung sind sie teilweise als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Weitere Kernlebensräume sind der Baerler Busch und der Lohheider See.

Als Trittsteine für den Biotopverbund sind kleinere Naturschutzgebiete, Parkanlagen wie der Volkspark Rheinhausen, sowie die Erholungsgebiete Uettelsheimer See und Toeppersee in das Konzept integriert. Aber auch die größeren landwirtschaftlich genutzten Flächen, wie das Binsheimer Feld und der Essenberger Bruch, sind von Bedeutung.

Luftbild

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Beispiel Toeppersee

Der Toeppersee ist nicht nur ein beliebtes Erholungsgebiet, sondern auch eines der bedeutendsten Trittsteinbiotope im Rahmen des Biotopverbundes Duisburg-West. Dazu zählen beispielsweise die naturnahen Wiesen-, Gehölz- und Waldflächen entlang des Sees, die als Versteck, Nistplatz oder Nahrungsquelle genutzt werden, sowie der See selbst, der ebenfalls für viele Rastvögel als Überwinterungsquartier genutzt wird.

Das kann der Bürger zum Biotopverbund beitragen

Das können Sie in Ihrem eigenen Garten für den Biotopverbund tun:
• Naturnahe Gartengestaltung/extensive Pflege des Gartens
• Garteneinfriedung durch Natursteinmauern oder Hecken aus heimischen Gehölzen
• Statt Kurzschnittrasen seltener Rasen mähen
• Nicht alle Wildkräuter im Garten entfernen, sondern wilde Kräuter und Stauden fördern
• Vorzugsweise einheimische Stauden und Gehölze pflanzen und fördern
• Obstbäume pflanzen
• Reisighaufen als Versteck für Kleintiere (Mäuse, Blindschleichen, Eidechsen, Zaunkönige, Insekten u. a.) anbieten
• Altholz (Baumstämme, Äste) nicht entfernen, sondern an geeigneter Stelle auslegen
• Gartenabfälle auf eigenem Grundstück kompostieren (offene Komposthaufen sind geschlossenen Kompostern gegenüber zu bevorzugen)
• Gartenteiche naturnah gestalten und insbesondere fischfrei belassen (das fördert Amphibien, Libellen und andere Kleintiere)
• Laub in Randbereichen und auf Beeten belassen
Außerdem helfen Sie der Natur, wenn Sie in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen. Wenn Sie darüber hinaus noch etwas für den Umweltschutz tun wollen, besteht die Möglichkeit, sich ehrenamtlich bei den Natur- und Umweltschutzverbänden zu engagieren.