Wir bauen das Mercator-Haus

Ausgrabungen Mercator-Haus


Ein gutes Fundament
Punktgenau zum Jubiläumsjahr 2012, als der 500. Geburtstag des berühmten Gelehrten Gerhard Mercator international gefeiert wurde, brachten die Ausgrabungen der Duisburger Stadtarchäologie die bestens erhaltenen Grundmauern seines Wohnhauses ans Licht. Es war ein Sensationsfund!

Hier hatte Mercator mit seiner Familie gelebt, hier stand seine Werkstatt, hier wohnten auch Studenten. An der Oberstraße war nach dem 2. Weltkrieg eine Berufsschule gebaut worden, deren Abriss beginnen sollte. Rechtzeitig hatten Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass unter dem Lehrerparkplatz noch Reste von Mercators Anwesen zu finden sein müssten – sie hatten richtig getippt. Seither ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Leidenschaft für den bekannten Wahlduisburger erwacht. Gerhard Mercator ist zur Identifikationsfigur geworden, in der sich die Vergangenheit und die Gegenwart Duisburgs erfolgreich verquicken.

Die zündende Idee!
Das Mercator-Haus an der Oberstraße wieder aufzubauen ist das Ziel eines engagierten Kreises aus engagierten Bürgern und der hiesigen Wirtschaft. Die Stadt Duisburg hat ausdrücklich ihre Unterstützung für dieses Vorhaben zugesichert.
Zu den Initiatoren gehörten neben Einzelpersonen die Bürgerstiftung Duisburg, der Verband Duisburger Bürgervereine, proDUISBURG e.V., die Duisburger Mercator-Gesellschaft e.V. , der Initiativplan Duisburg und die stadtgeschichtliche Initiative „Mercators Nachbarn“. Anschließend koordinierte die Bürgerstiftung Duisburg federführend die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Bau des Mercator-Hauses, die im Frühsommer 2014 feierlich an Oberbürgermeister Sören Link übergeben und in vielen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Laden Sie sich hier gerne die Machbarkeitsstudie (Stand Juni 2014) als Pdf-Datei herunter.

© Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Es geht voran!
Schon mit Beginn der Abrissarbeiten an den Schulgebäuden stellte die Duisburger Stadtarchäologie Infobox-Container auf, in der die Bürger laufend über die Fortschritte der Ausgrabungen im „Mercator-Quartier“  informiert wurden. Der Gewinner des städtebaulichen Wettbewerb, das Berliner Architekturbüro GEWERS PUDEWILL, arbeitete die jeweils neuen Erkenntnisse gemeinsam mit der Stadtplanung flexibel ein.

Ende 2016 waren die Abrissarbeiten auf dem gesamten Areal so weitgehend abgeschlossen, dass auf dem Gelände sogar ein großes Festzelt für den Karneval und die Duisburger AKZENTE aufgestellt werden konnte.
Mittlerweile hat die Duisburger Gebag für die Stadt Duisburg die Erschließung und Vermarktung des „Mercatorviertels“, so der neue Name für das Areal, übernommen.

Seit 500 Jahren: Mit Mercator ans Ziel!
Gerhard Mercator (1512-1594) war ein erfolgreicher Kartenmacher und Hersteller der besten Globen seiner Zeit. Im Alter von 40 Jahren zog er mit seiner Familie und seiner Werkstatt vom flandrischen Löwen nach Duisburg, wo er eine neue Heimat fand. Hier entstand u.a. eine großformatige Europakarte, bevor er 1569 mit seiner Weltkarte „ad usum navigantium“ die Grundlage der heutigen Navigation legte: auf dem Meer, zu Lande und in der Luft.
Fast nebenbei zu erwähnen: Mercator hat auch den Begriff „ATLAS“ für ein Kartenbuch erfunden – und somit stammt der erste Atlas der Welt aus Duisburg.

Weltoffenes Haus von Bürgern für Bürger!
Gerhard Mercator steht für den offenen Blick in die Welt, für eine globale Sicht. Seine Karten dienten neuen Entdeckungen und weltweitem Handel, allerdings begünstigten sie auch die Probleme, die daraus folgten.
Mit dem Mercator-Haus an der Oberstraße entsteht ein Ort von Bürgern für Bürger. Spenden, Enthusiasmus und ein solides Nutzungskonzept werden das ambitionierte Projekt zum Erfolg führen.

Es laufen bereits Gespräche für Investoren und langfristige Ankermieter im Mercator-Haus. Das Projekt soll für Kultur und Bildung stehen und von Bürgern wie Wissenschaftlern genutzt werden können. Deshalb ist zur Zeit gedacht an Büros, repräsentative Räume und Arbeitsplätze im Bereich der Sammlungsbestände. Nach der Machbarkeitsstudie soll das Mercator-Haus nicht für sich alleine stehen, sondern in eine Vier-Quadranten-Lösung eingebettet werden.